• Irina Homann

Willkommen in den ketogenen Himmel - meine Erfahrung mit der fettreichen Ernährungsform

Aktualisiert: Jan 24

Vor einem Jahr habe ich die ersten Erfahrungen mit der ketogenen Ernährungsform gesammelt. Für mich als erfahrene Low-Carberin war die Umstellung relativ einfach. Daher möchte ich auch zukünftig ca. 2-3 Monate pro Jahr eine ketogene Phase einlegen. Es klappt am besten in den kalten Monaten, da es dann nicht so viel tolles Obst gibt 😊


Mit diesem Artikel, würde ich Euch sehr ungerne mit Theorie langweilen. Stattdessen versuche ich Euch mit eigenen Worten zu beschreiben, was die ketogene Ernährung ausmacht. Am Artikelende werde ich Euch ein paar hilfreiche Informationsquellen auflisten, die Euch bestimmt die eine oder andere Frage etwas ausführlicher erläutern werden!

Was ist denn die ketogene Ernährung? Eine ketogene Diät wird als Therapieverfahren vor allem bei Kindern mit pharmakoresistenter Epilepsie, Glukosetransporterstörung (beispielsweise GLUT1-Defizit-Syndrom) und Pyruvatdehydrogenasemangel eingesetzt. Neuere Forschungsergebnisse lassen auch eine Therapie bei Alzheimererkrankung möglich erscheinen (Quelle: Wikipedia).


Diese Ernährungsform zeichnet sich durch eine sehr kohlenhydratarme und fettreiche Kost aus. Täglich sind max. 30 Gramm Kohlenhydrate erlaubt. Manche Quellen schreiben sogar von einer Obergrenze von maximal 20 Gramm Kohlenhydrate.


Die klassische ketogene Diät setzt sich, wie folgt, zusammen:


4 % Kohlenhydrate

6 % Protein

90 % Fett


Die Zusammensetzung hängt von viele Faktoren ab. Ich darf z.B. täglich 30 Gramm Kohlenhydrate, 100 Protein und 170 Gramm zu sich nehmen.


Schwere Kohlenhydrate, wie Nudeln, Reis, Kartoffeln und selbstverständlich auch Brot und Zucker sind absolute No-Gos. Auf den Teller kommen Eier, fetter Fisch, Fleisch (am besten in Bioqualität und von Weidetieren) und kohlenhydratarmes Gemüse wie Blumenkohl, Zucchini, Brokkoli, Gurke, Radischen u.v.m. Obst ist auch erlaubt, nur in strickten Mengen und meistens sind es die Beeren.


Jetzt stellt sich die Frage, wenn die Kohlenhydrate nicht als Energiequelle genutzt werden, woher holt sich dann unser Körper die Energie? Bei dieser Ernährungsform spielt das Fett eine sehr wichtige Rolle. Erfolgt die Stoffwechselumstellung, beginnt die Leber vermehrt Fette in Ketonkörper umwandeln. Die Ketonkörper liefern die Energie an das Gehirn, die Muskeln und andere Organe. Dieser Stoffwechselzustand wird in der Fachliteratur als Ketose bezeichnet.


Es gibt ein paar Methoden, um zu erfahren, ob der Körper bereits in Ketose ist: Die Ketonkörper lassen sich im Atem, Blut und Urin nachweisen. Ich bevorzuge den Bluttest, da es für mich die akkurateste Methode ist. Mithilfe eines Ketonmessgerätes (ich habe das Gerät der Firma Swiss Point Of Care) werden die Ketonkörper gemessen. Dafür muss ich mich nur kurz in den Finger piksen und 1 Tröpfchen Blut nehmen. In Sekundenschnelle bekomme ich das Ergebnis. Der höchste Wert, den ich bis jetzt erzielt habe, waren 1,2 mmol/l. Am Anfang habe ich den Test fast täglich gemacht, mittlerweile 1 Mal pro Woche und aus Neugier.


Mit der Zeit lernt man seinen Körper immer besser kennen 🙂Die Ketose fühlt sich besonders an. Ich fühle mich viel konzentrierter & leistungsfähiger, halte bis zu 6 Stunden zwischen Mahlzeiten aus und so auch das Intervallfasten lässt sich 2 - 3 Mal die Woche problemlos integrieren.


Wichtig ist es auch zu wissen, dass es nicht empfohlen wird, sich dauerhaft ketogen zu ernähren. Es sei denn es ist aus Gesundheitsgründen erforderlich oder bei bestimmten Erkrankungen. Vorher sollte man sich auch vom Arzt beraten lassen.


Bei der folgenden Ketonkörperkonzentration im Blut spricht man von Ketose:

  • < 0,2 mmol/l keine Ketose

  • 0,2-0,5 mmol/l leichte Ketose

  • 0,5-3,0 mmol/l Ketose

  • 3,0-6,0 mmol/l Ketose (diesen Wert erreicht man durch sehr strenge Keto-Diät, Fasten & Zugabe von MCT-ÖL)

Ich würde gerne meine wichtigste Gründe für die ketogene Ernährung aussprechen:

  • Hohe Konzentration

  • Kein Heißhunger

  • Maximale Fettverbrennung

  • Erfolgreiche Gewichtsabnahme

  • Besserer Stoffwechsel

  • Mehr Ausdauer beim Sport


Die ketogene Ernährung hat so viele positive Auswirkungen auf den Körper und Geist und hat daher in meinem Leben einen wichtigen Platz eingenommen. Wie ihr vielleicht bereits gelesen habt, ziehen mein Mann und ich an einem Strang 😂daher würde er jede Schilderung von mir unterschreiben! Ich kann diese Ernährungsform nur wärmstens empfehlen. Lasst Euch nicht von 30 Gramm Kohlenhydrate abschrecken, es steckt so viel Gutes drin ...


Wer sich gerne weiter über die ketogene Ernährung informieren will, dem empfehle ich folgende Informationsquellen:

  • Der Keto-Kompass: Aktuelles Wissen über ketogene Ernährung, Ketone und Ketose – Wirkweisen, Anwendungen und Chancen - Dieses Buch ist meine absolute Nr. 1. Der Titel spricht für sich. In diesem Buch findet man Antworten auf alle Fragen rund um die Ketogene Ernährung.

  • Blogs über Ketogene Ernährung - www.foodpunk.de, www.juliatulipan.com, www.ugonder.de

  • Kostenlose Podcats mit Ulrike Gonder, Julia Tulipan, Marina Lommel


Ich würde mich über Eure Erfahrungsberichte und Austausch freuen 😊

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